Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
AEG
Geräte
„Beachtlich durch sein zweckmäßiges Gehäuse“ – stand im Katalog 1934/35 über diesen AEG-Super-Geadem 34. Die Skalenanordnung dieses Vierröhren-Superhets für Mittel- und Langwellenempfang mit dem alphabetischen Stationswähler erinnert an eine Büromaschine.

Das wohl einmalige an den AEG-Modellen dieser Bauart ist die individuelle Eichung. Für jedes einzelne Gerät wurde ein, unter der Skala rotierendes Kurvenblatt angefertigt. Damit knüpfte AEG an die Eichblätter an, welche man in den Anfangsjahren des Rundfunks gelegentlich hochwertigen Empfängern (vgl. Seibt EI 432) beigefügt hatte.

Super-Geadem 34: 380-500 Euro



 

1935 brachte AEG die „Meisterserie“ auf den Markt. Deutschland-, Europa- und Weltmeister hießen die Modelle. Hier abgebildet ist der Europameister, ein Dreiröhren-Zweikreiser. Beim kleineren Deutschlandmeister handelt es sich um einen Zweiröhren-Einkreiser, beim großen Weltmeister um einen Vierröhren-Superhet. Das Besondere an dieser Geräteserie ist die flach vorgebaute Sendernamen-Skala.

Europameister: 80-180 Euro



 

1936 zählte er (zusammen mit dem schaltungsgleichen Telefunken T 686 WK) zu den ersten Luxus-Apparaten mit 2 x AD 1, den neuen Hochleistungs-Endtrioden. Eingangsseitig war das 36er-Modell mit einem Bandfilter ausgestattet; erst die Großgeräte des Folgejahres bekamen eine HF-Vorstufe. Der abgebildete 6-Röhren-Luxus-Super AEG 6 / 96 WK kostete 498 RM. Weil die Gestaltung des Telefunken-Superhets (490 RM) bevorzugt wurde, findet der Sammler die AEG-Luxusradios von 1936 bis 1938/39 selten.

Der Blick ins Innere läßt die in Netzteil und Empfänger-Chassis unterteilten Einbauten erkennen. Der Netztrafo und ein elektrodynamischer Lautsprecher bringen das meiste Gewicht auf die Waage; insgesamt ist der 6 / 96 WK netto 27 kg schwer. Die vertikale Versteifung dient sowohl der Lautsprecher-Abstützung als auch der akustischen Optimierung. Als „mäßig“ kann der Erhaltungszustand dieses feucht gelagerten Gerätes bezeichnet werden.

6 / 96 WK: 380-500 Euro



 

1939 war es das kleinste AEG-Modell – der Zweikreiser 29 W. Gespart wurde aber an keiner Stelle dieses Gerätes. Die HF-Stufe ist mit der EF 11 bestückt, hinter dem zweiten Kreis sitzt die EBF 11. Eine der Diodenstrecken dient der HF-Gleichrichtung, die zweite zur Schwundregelung (ganz wie bei den „Großen“). Die Rückkopplung wurde fest eingestellt. Eine ECL 11 ergänzt den Röhrensatz dieses leistungsfähigen Zweikreisers (und natürlich eine AZ 11).

Bemerkenswert ist sein Gehäuse. 1939 wurden Holzgehäuse bevorzugt und die Verwendung von Bakelit beschränkte sich meist – weil in der Herstellung billiger – auf Kleingeräte und wenige Mittelklasse-Modelle. Das AEG-Bakelitgehäuse gilt als das schönste.

AEG 29 W: 120-200 Euro