Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Becker
Geräte

AR 5165 hieß der im Bild rechts stehende Superhet, der 1950 Schlagzeilen machte und dem Autoradiowerk Max Egon Becker, Pforzheim, das Renommee einer Nobelmarke bescherte. Dieses Modell (1951 hieß es Solitude 2) war nur zum Einbau in Mercedes-Limousinen vorgesehen.

Auch in andere Autos konnte der links abgebildete Typ Avus 1 (1951) eingebaut werden und sogar für Motorroller wurde er empfohlen. Wie der AR 5165 auch war das ein normaler Sechskreiser (ECH 42, 2 x EAF 42, EL 41). Aus dem Programm 1951/52 war nur der (hier nicht abgebildete) Großsuper Nürburg herausragend.

AR 5165: 200-320 Euro
Avus 1: 40-100 Euro



 

Meist wird die Type AR 5165 (Solitude) als das erste Becker-Mercedes-Autoradio bezeichnet. Es hatte aber einen Vorläufer: die Type AR 5065 (das Gerät im Bild hat die Fabr.-Nr. 56). Nicht nur die Skala desselben war anders gestaltet, es war auch noch mit den Stahlröhren ECH 11, 2 x EF 11, EBF 11 und in der Endstufe mit der amerikanischen 6 V 6 bestückt. (Sammlung R.Leuze)

AR 5065: 200-320 Euro



 

1951 kümmerte sich der „Mercedes-Hoflieferant“ auch um die Reisenden, die sich mit dem VW begnügen mußten. Für sie gab es das kombinierte Auto- und Heimradio Monza, das – nach dem Philips-Vorbild im Band II Seite 109 – sowohl an der 12-Volt-Autobatterie als auch am Wechselstromnetz betrieben werden konnte. Die Installation und Entstörung war, wie man im Bilde sieht, noch eine zeitraubende Aktion, aber: Zwei arbeiten und sechs schauen zu... (Werkbild Becker)

Steil war der Aufstieg – 1953/54 gab's bei Becker den berühmten Mexico mit Suchlauf. Zehn Jahre später wurde er volltransistorisiert, im Bild rechts steht der Mexico TR von 1965. Ganz verabschiedet hatte sich Becker von der Röhre aber noch nicht – im Spitzenempfänger Grand Prix dominierten (letztmals 1965/66) neben drei Transistoren sechs Röhren.

Das Modell links ist ein Monte Carlo TG von 1962. Dieser einfache Mittel- und Langwellenempfänger (Beckers Kleinster) war mit drei E-Röhren und NF-seitig mit drei Transistoren bestückt worden.

Mexico TR: 80-180 Euro
Monte Carlo TG: 10-50 Euro



 

Ein Sprung in die Neuzeit: Beim Traffic-Star ist das Navigationssystem die Hauptsache, das Autoradio ist selbstverständlich auf dem neuesten Stand und auch ein CD-Player paßt noch ins DIN-Gehäuse. Wie klein wohl der 4-MB-Arbeitsspeicher ist?

Knapp 3000 Mark sollte die schon 1997 prämierte „Weltneuheit“ kosten, 1998 verkaufte es der Medienmarkt zum Entsetzen Beckers um 2000.- DM. (Werkbild Becker)