Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Blaupunkt (Ideal)
Geräte

1928 zählten Radios mit Netzanschluß und eingebauten Lautsprechern zu den Neuheiten. Die Berliner „Idealwerke“ stellten ihren Blaupunkt NR II vor.

Der preisgünstige Einkreiser kostete (ohne Röhren) 135 RM, aber es gab ihn nur für Gleichstrom. Für den Betrieb an Wechselstromnetzen mußte der Gleichrichter NK IV vorgeschaltet werden und der kostete nochmals 100 RM.

1929 folgte dann das gleich gestaltete Zweiröhren-Wechselstromgerät NR II W für 162 RM.

NR II: 150-250 Euro



 

Bis 1928 hatte Blaupunkt nur Einkreiser im Programm. 1929 gab es den ersten Zweikreiser NS IV mit einer liegend eingebauten HF-Schirmgitterröhre. Komfortabel war er nicht, der mit zwei Bakelit-Seitenteilen und schwarz lackierter Alublech-Ummantelung aufgebaute Empfänger. Seine beiden Kreise mußten noch einzeln mit den links und rechts herausstehenden Drehknöpfen eingestellt werden.

Der abgebildete Lautsprecher ist ein Blaupunkt Magnetsystem Type 71 R.

NS IV: 200-320 Euro
71 R: 40-100 Euro



 

Ein wertvolles Sammlerstück ist dieser Blaupunkt-Kofferempfänger TS 5 von 1930. In dem Edelholzgehäuse stecken drei Schirmgitterröhren RES 094, eine RE 084 und eine RES 164 d. Mit der eingebauten Rahmenantenne empfing man Wellen von 200 bis 2000 Meter. Zum Gerätepreis von 400 Mark kamen: ein Satz Röhren (77.- RM), eine Gitter- und zwei spezielle Anodenbatterien sowie ein Akkumulator (zusammen 55.- RM). Nur Wenige konnten für ein „Wochenend-Radio“ 532 Mark erübrigen – kein Wunder, daß der TS 5 eine Rarität ist. (Sammlung J.Bergmann)

TS 5: 800-1200 Euro



 

Blaupunkt blieb (von Kofferradios abgesehen) auch 1930 und 31 bei Empfängern einfacher Art. Doch sie wurden recht erfolgreich, die Modelle 300 (Einkreiser, 1930) und 400 (Zweikreiser, 1931). Man bekam sie für beide Stromarten wahlweise mit und ohne eingebautem Lautsprecher.

Das Bild zeigt den LG 300 (den es auch mit anders gemustertem, in Falten gelegtem Stoff gab) und den G 400 mit Blaupunkt-Lautsprecher 42 U.

LG 300: 80-180 Euro
G 400: 120-200 Euro
42 U: 20-80 Euro



 

1932 schuf Blaupunkt nicht nur einen vielbeachteten Autosuper, auch ein neuartiger Gehäuseentwurf machte von sich reden.

Würde ein Sammler den Zweiröhren-Einkreiser LG bzw. LW 2000 in seinen Katalogen suchen, dann würde er wohl zuerst in den Jahrgängen ab 1935 nachschlagen. Tatsächlich jedoch erschien das modern gestaltete Gerät mit Langfeldskala (noch ohne Stationsnamen) schon 1932. Etwas zu früh – das breite Publikum war an solche Formen noch nicht gewöhnt.

In der altbekannten Form gab es das ebenfalls 1932 erschienene Modell LW 4000 (links). Das war der erste, vorbildlich aufgebaute Blaupunkt-Dreikreis-Vierröhren-Fernempfänger.

LW 2000: 150-250 Euro
LW 4000: 80-180 Euro