Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Brandt
Geräte

Der Brandt D 3 im Holzgehäuse (mit der TeKaDe-Dreifachröhre VT 139) erschien 1927; 1928 gab es dazu noch die HF-Vorstufe H.V. 1 (Bildmitte). Sie ist – was man bei Hochfrequenzverstärkern selten findet – mit einer Rückkopplung ausgestattet.

Für das D 3-Nachfolgemodell (rechts) wurde ein Bakelitgehäuse gepreßt. Es gab je ein Modell für zwei oder drei Steckspulen (Original-Brandt-Spulen wie im Bild). Dasselbe Gerät wurde auch als „TeKaDe-Orts- und Fernempfänger“ angeboten.

D 3: 1000-1500 Euro
H.V. 1: 600-900 Euro
D 3 Nachf.: 800-1200 Euro



 

Neben dem besonders beliebten Brandt D 3 (mit der TeKaDe-Dreifachröhre) offerierte die Berliner Firma 1927 auch das Modell Q 3 mit drei Einzel-Röhren. (Sammlung H. Wessa)

Q 3: 600-900 Euro



 

WL 322 war die Typenbezeichnung dieses Brandt-Einkreisers von 1932. Auch Frey-Radio hatte das Gerät im Verkaufsprogramm.

1933 lieferte Brandt die Type LW 80 im Bakelitgehäuse. Dieses VE-ähnliche Modell erfreut sich in Sammlerkreisen nicht allzu großer Beliebtheit.

WL 322: 150-250 Euro
LW 80: 80-180 Euro



 

„...für den Minderbemittelten, der mit der Leistung des Volksempfängers nicht ganz in Bezug auf Fernempfang zufrieden ist“ – so steht's wörtlich in der Beschreibung zu den Brandt-Columbus-Modellen Type 133, 151 und 148 – im „Prohaska-Katalog“ 1935/36. Ob diese Charakterisierung besonders geeignet war, der solchermaßen brüskierten Käuferschicht den „Columbus“ schmackhaft zu machen, – das darf füglich bezweifelt werden.

Aber nicht nur diese verbale Klassifikation dürfte den Kreis entsprechender Kaufinteressenten begrenzt haben. Wenn Brandt auch (gegenüber dem zuvor abgebildeten Typ LW 80) ein aufwendig gestaltetes Bakelitgehäuse feilbot – es war doch 1935 stilistisch nicht mehr zeitgemäß. Und was den „Fernempfang“ betraf: der Columbus hatte auch nur einen Kreis, aber mit HF-Eisenkernspule, und die Pentode AF 7 steigerte die (Verstärker-) Leistung.

Außer für Netzanschluß gab es 1935 das Modell (im Bild) als Columbus Typ 109 für Batteriebetrieb; auch Kurzwellen konnten mit ihm empfangen werden. Eine sparsamere Ausführung (Typ 104 ohne KW-Bereich) war mit 2-Volt K-Röhren ausgestattet und entsprach diesbezüglich dem VE 301 B 2.

Im Katalog 1936 jedoch findet man in der hier abgebildeten Gestalt nur noch den Typ 109 mit dem Zusatz B; die Netzanschluß- und sonstigen Batterieröhren-Versionen steckte Brandt fürs neue Modelljahr in querformatige Holzgehäuse.

Columbus Typ 109: 150-250 Euro